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Heimwerken

Apr 21st, 2012 by

Seit jeher ist in Haushalten Eigenleistung zum Bewältigen kleiner Reparaturen oder Renovierungen üblich. Seit der Kostenexplosion von Handwerkerrechnungen haben diese Eigenleistungen deutlich zugenommen. Die Entwicklung setzte in den 60er Jahren ein, als noch stolz vom goldenen Boden des Handwerks gesprochen wurde. Innerhalb weniger Jahre entstanden die Baumärkte und versorgten die Privathaushalte mit dem nötigen Werkzeug und Material. Damit die Eigenleistungen zum Erfolg geführt werden konnten, wurde von Anfang an in Baumärkten das zugehörige Wissen zur Anwendung und Verarbeitung vermittelt. Broschüren und Vorführungen gehören bis zum heutigen Tag als festes Repertoire in die Baumärkte. Dem Handwerk erwuchs aus der Bewegung der Heimwerker eine gewaltige Konkurrenz. Die Domäne sind noch immer Malerarbeiten zur Renovierung von Wohnräumen.

Die Fähigkeiten steigen mit der Erfahrung

Die Anfänge einer Heimwerkerkarriere beginnen mit kleinen und einfachen Aufgaben. Lose Schrauben werden angezogen oder Kinderspielzeuge und Fahrräder repariert. Schon bald reizen größere und dennoch einfache Aufgaben wie die Montage von Regalen. Die ersten Elektrowerkzeuge von Heimwerkern sind so gut wie immer die Bohrmaschine und der Akkuschrauber. Auf Rang 3 der Hitliste dürften die Stichsägen stehen. Beim Heimwerken geht häufig etwas schief und muss verworfen werden. Der Ehrgeiz des Heimwerkers führt jedoch bei einer Wiederholung meistens zum Erfolg und steigert so Erfahrungen und Fertigkeiten des Hobbyhandwerkers. Tapezieren oder Fliesenlegen beherrschen einige wie die Profis und denken dennoch schmunzelnd an ihre ersten Arbeitsergebnisse zurück. Das Erledigen von Aufgaben für Handwerker in Eigenregie wird vor allem von Menschen geschätzt, die im Beruf völlig andere Tätigkeiten ausführen. Sie betrachten ihr Wirken als kreative Abwechslung mit Erfolgserlebnis.

Werkzeuge und Zubehör aus vielen Quellen

Baumärkte, Fachhändler und das Internet machen praktisch jedes beliebige Werkzeug und Material zugänglich. Aufwändige Maschinen können bei Werkzeugverleihern gemietet werden und erfordern so keine hohen Investitionen. Den Umgang mit den Geräten können Heimwerker in Wochenendkursen erlernen, die von Herstellern oder Baumärkten veranstaltet werden. Das Internet und Fachzeitschriften bieten ständig Informationen und Tipps für Heimwerker an und informiert über neue Werkzeuge oder Material. In den Foren tauschen sich Heimwerker über Erfahrungen und Ideen aus. Gezielte Fragen werden kostenlos oft in kurzer Zeit von anderen Heimwerkern beantwortet und es ergeben sich gegenseitige Kontakte und vielleicht sogar Kooperationen.

Aufgaben für Profis müssen vom Heimwerken unterschieden werden

Manche Heimwerker trauen sich auch an Gewerke heran, die mit bestimmten Vorschriften abzuarbeiten sind. Das trifft in erster Linie auf Arbeiten an Elektroinstallationen zu, die nach den Regeln der VDE 0100 gestaltet und ausgeführt sein müssen. Bei Nichtbeachtung von Vorschriften für geeignete Kabel oder falsche Verdrahtungen kann Lebensgefahr bestehen. Brände können ebenfalls durch falsche Installationen verursacht werden. Gas- und Wasserinstallationen bergen ebenfalls große Gefahren. Wasserschäden können immense Kosten verursachen und Gas gehört definitiv in die Hände von Profihandwerkern. Beim Heimwerken muss außer den möglichen Gefahren zusätzlich die fehlende Gewährleistung auf die ausgeführten Arbeiten berücksichtigt werden. Ein Fachhandwerker muss bei Mängeln kostenlos für Nachbesserung sorgen und die Funktion garantieren. Der Heimwerker bleibt in dieser Beziehung auf sich selbst gestellt.

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